der Bergwacht Schwarzenbach a.Wald
Im Protokollbuch der Bergwacht Schwarzenbach a.Wald ist am 16. März 1962 folgender Eintrag:
"Einige Freunde haben beschlossen, eine Bergwacht-Bereitschaft, die die erste im Frankenwald ist, zu gründen."
Hauptinitiator war Walter Langheinrich mit seinen Kameraden Sigmund Thüring, Hermann Wunner, Dieter Pfefferkorn, Günther Wunner, Herbert Dittmar, Gerhard Ortlam, Horst Thyroff, Gerhard Rank sowie Christian Wunner als Förderer.
Bereits am 09.01.1962 trafen sich einige Kameraden, um dem Wunsch mehrerer Skifahrer zu erfüllen und die Vorbereitung zur Gründung einer Bereitschaft in die Wege zu leiten. Diese erste offizielle Zusammenkunft fand im Gasthaus zum Bahnhof (bis vor kurzem das Gasthaus zur Post) statt.
Orientiert hatte man sich an den Aussagen von Walter Langheinrich, welcher schon viele Jahre Mitglied der Bergwacht im Bayerischen Wald gewesen war und Bescheid wußte. Informiert wurde man durch die Bergwachtmänner der Bereitschaft Hof/Saale und durch den Abschittsleiter Otto Müller. Die Männer der Bereitschaft Hof erklärten sich bereit, die notwendige Bergwacht-Ausbildung in Schwarzenbach a.Wald durchzuführen und Abschnittsleiter Otto Müller referierte über die Entwicklung und die umfangreichen Aufgaben der Bergwacht im Allgemeinen. Die Sanitätskolonne Schwarzenbach a.Wald war vertreten durch die Sanitäter Hilmar Hüttner und Friedrich Götzky.
Zum Bereitschaftsleiter ernannte die Versammlung Walter Langheinrich.
Damit war die erste und bisher einzige Bereitschaft im Frankenwald geboren.
Die Ursache dieser Gründung war sicherlich auch in der Häufung der Skiunfälle zu suchen. Hermann Wunner hatte vor wenigen Wochen einen Schwerverletzten aus der "Bayernkurve der Döbrabergabfahrt" geborgen und unter großen Mühen abtransportiert.
Aber auch die im Winter tiefverschneiten Dörfer und Einzel machten aus der Sicht der Krankentransporte ein schnelles und wirksames Handeln notwendig. Schneepflüge fuhren noch sehr selten und das Schwarzenbacher Sanitätsauto konnte die Dörfer daher nicht erreichen. So wurden nicht nur Verunfallte abtransportiert mit Bein- oder Armbrüchen, sondern auch erkrankte Menschen, die dringend ins Krankenhaus mußten und diesen Weg nur im "Akia" verpackt antreten konnten.
Bergwachtmann Hans Roder, Hof, hielt am 30.03.1962 die erste Ausbildung, nachdem der "Erste-Hilfe-Lehrgang" mit einer Prüfung durch Hilmar Hüttner von der Sanitätskolonne absolviert war. Noch in diesem Jahr kam als weiteres aktives Mitglied Heinz Ortlam hinzu.
In der Zwischenzeit hatte man sich auch eingekleidet. Bundhose, rote Bundstrümpfe, feste Schuhe und Anorak waren neben dem "Bergwachthut" die persönliche Ausstattung. Mit dieser damals noch ungewöhnlichen Bekleidung erregte man einiges Aufsehen, doch auch das Ansehen wuchs.
Die Männer hatten sich in der vergangenen Zeit häufig getroffen, um sich intensiv auch im Naturschutz schulen zu lassen. Am 11. Mai 1962 wurde die Naturschutzprüfung durchgeführt, Ernst Greßmann, Bereitschaftsleiter von Hof und Hans Roder nahmen die Prüfung ab, die von allen bestanden wurde. Die Aushändigung eines Dienstausweises als "Bergwacht-Anwärter" bestätigte die Mitgliedschaft.
Ausgebildet wurde im Feuerwehrhaus. Die Männer der Freiwilligen Feuerwehr hatten uns ihren Übungsraum zur Verfügung gestellt.
Karl Blumhöfer wurde Mitglied unserer Bereitschaft, die technische Ausbildung wurde forciert, Sommer- und Winterrettung vermittelten die Kameraden Richard Fischer, Wilhelm Oelschlegel, Fritz Munzenhardt, Herbert Engel und Helmut Hagen, alle Hof.
Am 23. September 1962 nahmen wir an einer Großübung des Bergwacht-Abschnitts Fichtelgebirge teil. Die Übung war im Gebiet "Nußhardt", wir waren die "Opfer". Am 23.12.1962 erhielten wir die ersten Ausrüstungsgegenstände: einen Akia, eine Zweiskiverschraubung, eine Bergwachtschiene und eine Wolldecke. Dieser Übergabeakt wurde im Anschluß im Gasthaus "Zum Bahnhof" bei unserem Freund Christof Bischoff gefeiert, Arno Lang aus Hof spielte mit dem Schifferklavier groß auf.




